Indien-Fonds I und II: Stillstand statt Boom

Teilhaben am Wirtschaftsboom und sogar noch etwas Gutes tun: Das war die Absicht der Anleger, die sich an den beiden Immobilienfonds Indien I und Indien II beteiligt haben. Die Fonds sollten indirekt in zukunftsträchtige Bauprojekte investieren, die eine ordentliche Rendite abwerfen und gleichzeitig noch neue Wohnungen und eine  bessere Zukunft beispielsweise von Slum-Bewohnern bringen sollten. Doch massive Proteste der Armen, unterstützt durch verschiedene soziale Organisationen, führten zu Verzögerungen und Stillstand. Sie befürchten, dass die Bauvorhaben und Sanierungsprojekte ihre Lage nicht verbessern, sondern im Gegenteil noch verschlechtern. Und die  Anleger stehen buchstäblich vor dem Nichts: Ihr Geld ist zu einem Großteil verloren, und den Armen ist offenbar auch in keiner Weise geholfen.

Acht Projekte: Keines ist fertig!

Emittiert wurden die beiden Fonds im Jahr 2008 von den Initiatoren SachsenFonds GmbH und Deutsche Fonds Holding AG (DFH). Letztere gehört zur Gruppe des Bremer Bau- und Immobilienunternehmers Kurt Zech (Zech-Gruppe). Die beiden Fonds sammelten bei etwa 3.600 Anlegern insgesamt rd. 137 Mio. Euro zzgl. Agio ein. Die müssen nun um ihr Geld bangen – denn keines der insgesamt acht Projekte, an denen sich die beiden Fonds jeweils als Co-Investoren beteiligt haben, ist bislang fertiggestellt. Der Grund besteht zum Teil darin, dass Anwohner vor Ort – Slumbewohner, Bauern – sich gegen die Projekte bzw. schon gegen die Grundstücksnahme wehren. Viele Bauprojekte wurden deshalb unterbrochen.

Zwischengesellschaften aus Mauritius

Den Emissionsprospekt ziert auf der Titelseite ein Foto des Taj Mahal. „RENTABEL, WERTBESTÄNDIG“ – so wird in Großbuchstaben das Beteiligungsangebot im Prospekt (S. 5) beworben. „Die Errichtung der Projekte erfolgt in Kooperation mit Projektentwicklern in der jeweiligen Region.“ Ziel waren Einnahmen / Gewinne aus der Verwertung von Anteilen an den mauritischen Gesellschaften, die wiederum an den indischen Projektgesellschaften beteiligt sind.

Schon die ganze Konstruktion wirft Fragen auf:

Die mittelbare Beteiligung über mauritische Gesellschaften, die geringen Mitspracherechte als Minderheitsbeteiligte mit max. 20%, die Projektbetreuungsgesellschaft mit Sitz auf den Cayman Islands - das Ganze in Verbindung mit dem extrem unsicheren indischen Immobilienmarkt mit Problemen schon beim Landerwerb für die Projekte durch protestierende Slumbewohner und Bauern. Nicht zu vergessen die grassierende Korruption in Politik und Wirtschaft. So waren in den Bestechungsskandal um die Vergabe der indischen Mobilfunklizenzen der 2. Generation sogar auch Projektpartner von „Tata Colony“ (Indien-Fonds I) verwickelt.

Extreme Risiken unterschätzt

Unserer Ansicht nach wurden hier offenbar von vornherein die Risiken und Unwägbarkeiten von den Fondsinitiatoren völlig falsch eingeschätzt und dargestellt, was sich im Emissionsprospekt niederschlägt. Erst im Geschäftsbericht 2011 zum Indien-Fonds I werden die Probleme angesprochen: „Derzeit werden Projektentwicklungen verzögert“, heißt es da. Weiter wird von Liquiditätsengpässen und Vermarktungsschwierigkeiten berichtet, beim Projekt „Tech Oasis“ werde die Realisierung kurz- und mittelfristig nicht umsetzbar sein, beim Projekt „Tata Colony“ herrsche „weiterhin kompletter Stillstand auf der Baustelle“.  Und weiter: „Für den Fonds hält die Geschäftsführung aus heutiger Sicht Rückflüsse bis 2017 zwischen 30 und 80% bezogen auf das Kommanditkapital für möglich.“ Voraussetzung: Eine erfolgreiche Weiterführung der Projekte. Das heißt: Die Anleger müssen einen großen Teil – möglicherweise mehr als die Hälfte – ihrer Investition abschreiben.

Und in der Leistungsbilanz der DFH von 2012 heißt es zum Indien-Fonds II: „Eine Einschätzung über den Zeitpunkt und die Höhe weiterer Auszahlungen kann derzeit nicht abgegeben werden. Die Beteiligung entwickelt sich bisher nicht prognosegemäß.“

Klage auf Schadenersatz

Die Frage ist: Wurden die Anleger getäuscht? Schließlich hatten 2007/2008 bereits führende Personen der Wirtschaft vor einer heraufziehenden weltweiten Wirtschaftskrise gewarnt. Und zur Zeit des Vertriebs des zweiten Fonds hatte sich die Lage bereits dramatisch verschlechtert – auch die Perspektive in Indien.

Sollten Sie in punkto Anlagerisiken falsch informiert bzw. beraten worden sein, können Sie die Initiatoren bzw. die Vertriebsbank auf Schadenersatz verklagen. Die HPG finanziert aktuell die Schadenersatzklagen von mehr als 300 Bankkunden. Wir engagieren uns für Ihre Rechte als Anleger! Lassen auch Sie die Erfolgsaussichten für eine Klage individuell prüfen.

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